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TSV Crailsheim - VfR Altenmünster  2:2  (0:0)
Als der VfR schon auf der Verliererstraße schien, gelang Christian Bandel mit einem direkten Freistoß noch der späte Ausgleich im Lokalderby. Zuvor hielt die Begegnung lange nicht, was sie versprach. Es hatte den Anschein, als müsste man den Machern des Bezirksliga-Spielplans ein Lob aussprechen. Schließlich sollte der Crailsheimer Neuanfang in Hohenlohes Oberhaus gleich mit einem Derby gegen Altenmünster beginnen. Und gerade die Lokalduelle sind die wenigen Reize, die die Bezirksliga im Vergleich zur Verbandsklasse ausmachen. Doch es dauerte bis Mitte der zweiten Hälfte, ehe die Partie den Charakter eines mitreißenden Derbys bekam. Dabei war die Begegnung für einen Akteur noch ein klein wenig bedeutsamer: Dalibor Zekovic. Der 33-Jährige wechselte vor der Saison vom VfR zum TSV und bemerkte ob der Brisanz diplomatisch: „Man muss die Emotionen in Schach halten.“ An diese Devise hielten sich seine Mitstreiter zunächst zu penibel. Denn das Spiel plätscherte in den ersten 45 Minuten recht ereignisarm und auf mäßigem Niveau vor sich hin. Sieht man von zwei torgefährlichen Aktionen von TSV-Spielführer Jörg Munz ab, der sich zuletzt im Pokal als sehr treffsicher erwies, war von Seiten der Horaffen wenig Angriffswirbel zu sehen. Und auch der Altenmünsterer Offensive gelang wenig. Peter Renk im Crailsheimer Gehäuse wurde kurz vor dem Pausenpfiff durch einen Schuss von Daniel Horn aus 25 Metern erstmals ernsthaft geprüft. In Hälfte zwei änderte sich zunächst wenig. Flüssiges Kombinationsspiel war Mangelware, was zum einen an den vielen Freistoßpfiffen und zum anderen an den längen Pässen lag, die nicht immer einen Abnehmer fanden. Insbesondere der VfR agierte mit diesem fußballerischen Mittel, was TSV-Übungsleiter Patrick Neumann nach Spielende zu einem Vergleich mit einer anderen Sportart bewog: „Die spielen Golf – nur lang und weit.“ Neumann selbst bildete mit Zekovic das Innenverteidiger-Pärchen der Horaffen und hätte in der 68. Minute beinahe für die Führung gesorgt, als er einen Abpraller über die Latte hämmerte. Dies war der Weckruf für den spannenden Teil der Partie. Denn im Gegenzug wurde VfR-Angreifer Timo Henkelmann in Strafraumnähe von den Beinen geholt. Der Unparteiische entschied in dieser strittigen Szene lediglich auf Freistoß. Nach 78 Spielminuten war es dann endlich soweit mit dem ersten Treffer: Patrick Hägele tunnelte VfR-Schlussmann Markus Knaus zur 1:0-Führung. Nur kurze Zeit später fiel der Ausgleich. Michael Howorka köpfte nach Flanke von Christian Bandel ein. Nun war er also für die 250 Zuschauer zu sehen, der erhoffte Schlagabtausch. Sören Hoss köpfte in den Lauf des eingewechselten Tim Schneider, der überlegt zur erneuten Crailsheimer Führung einschob. Hätte Hoss wenig später erneut auf Schneider quergelegt – die Entscheidung wäre fällig gewesen. So blieb es spannend bis zum Schluss, zumal Schiedsrichter Reinhold Beck in der Nachspielzeit einen umstrittenen Freistoß für Altenmünster gab. Diese Gelegenheit nutzte Christian Bandel mit einem Schlenzer ins Torwarteck. Mit dem 2:2 kann sein Übungsleiter Günter Wandl sehr gut leben. Schließlich hat seine Truppe dank dem einen oder anderen Nachwuchsspieler ein „ganz anderes Gesicht“ als in den Vorjahren. Eine Tatsache, die auch auf Crailsheim „Erste“ zutrifft. TSV Crailsheim: Renk - Messerschmidt, Neumann, Zekovic, Hein - Munz M., Kamptmann (63. Schneider), Rümmele - Hoss, Hägele (77. Hofmann), J. Munz. VfR Altenmünster: Knaus - Roll, Ernsperger (76. Jüngling), Lienert, Stiegler (55. Mustafa) - Bandel, Kaiser, Howorka M., Horn (62. Howorka T.) - Kildau, Henkelmann
Quickfacts
Torfolge: 1:0 Patrick Hägele (78.), 1:1 Michael Howorka (80.), 2:1 Tim Schneider (84.), 2:2 Christian Bandel (92.)
Schiedsrichter: Reinhold Beck (Marlach)
Zuschauer: 250
Der Spielbericht des Heimvereins:
Vom Heimverein liegt leider kein Bericht vor.
Der Spielbericht des Gastvereins:
Vom Gastverein liegt leider kein Bericht vor.