Stockach - Verbandsgerichtsurteil
22. Januar 2009
Das Verbandsgericht des sbfv seine Entscheidungen in den Berufungen gegen die erstinstanzlichen Urteile gegen die Vereine FV Donaueschingen, SV Laufenburg, SV Gengenbach und VfR Stockach getroffen.

Im Fall des VfR Stockach wurde die Berufung des Vereins als unbegründet
zurückgewiesen und das Urteil des Sportgerichts des Bezirks Bodensee bestätigt. Danach wurden die Spiele gegen SG Dettingen-Dingelsdorf, SV Messkirch, SV Boll-Krumbach-Bietingen, TKSV Konstanz, FC Hilzingen, SC Markdorf, SV Orsingen-Nenzingen und SV Allensbach dem VfR Stockach mit 0:3 Toren und 0 Punkten als verloren und dem jeweiligen Gegner mit 3:0 Toren und 3 Punkten als gewonnen gewertet.

Das erstinstanzliche Urteil gegen den SV Gengenbach wurde in Teilen aufgehoben und die Berufung des Vereins zurückgewiesen. Die Spiele gegen SC Kuhbach/Reichenbach, SV Oberharmersbach, SV Oberweier und ASV Nordrach werden jeweils mit 3:0 Toren und 3 Punkten für den Gegner als gewonnen und für den SV Gengenbach mit 0:3 Toren und O Punkten als verloren gewertet. Das Bezirkssportgericht hatte in diesen Fällen den Gegnern eingeräumt, einen Antrag auf Spielwiederholung zu stellen. Die Spiele gegen Berghaupten, Niederschopfheim, Freistett, Önsbach und Oppenau verbleiben wie bereits in der ersten Instanz befunden, mit jeweils 3:0 Toren und 3 Punkten für die gegnerischen Vereine in der Wertung.

Auch in den Fällen des FV Donaueschingen und des SV Laufenburg hat das
Verbandsgericht entschieden, die betroffenen Spiele für Donaueschingen und Laufenburg als verloren und dem Gegner mit 3:0 Toren als gewonnen zu werten. Beim FV Donaueschingen betrifft dies die Spiele gegen SV Großschönach, FC Radolfzell, FC Bad Dürrheim, SG Tengen-Watterdingen, FC RW Salem, FC Neustadt, SV Denkingen, DJK Donaueschingen, TuS Bonndorf und SV Worblingen.

Beim SV Laufenburg waren die Spiele gegen TV Köndringen, FC Zell, SV
Waldkirch, FV Herbolzheim, SV Munzingen, FC Tiengen, SV Heimbach, SV Rhodia Freiburg und FV Sasbach betroffen.

Das Sportgericht der Verbands- und Landesligen hatte lediglich die Spiele als verloren gewertet, die in der 7-Tages-Frist für Einsprüche der Vereine gegen Spielwertungen lagen und dies damit begründet, dass diese Frist auch für die spielleitende Behörde gelten müsse. SBFV-Präsident Hirt hatte daraufhin Berufung gegen das erstinstanzliche Urteil beim Verbandsgericht eingelegt.
Das Verbandsgericht begründet seine Entscheidung damit, dass nach § 15 der SBFV-Rechts- und Verfahrensordnung der spielleitenden Behörde innerhalb der Verjährungsfrist das Recht auf einen Einspruch gegen eine Spielwertung zustehe.
Die Verjährungsfrist beträgt nach § 10 Ziffer 4 RuVO neun Monate. Die Frist für den Einspruch der am Spiel beteiligten Vereine beträgt sieben Tage. Die erste Instanz war der Meinung, dass für alle die gleichen Einspruchsfristen gelten müssten und hatten demnach die Wertung nur der Spiele aufgehoben, die innerhalb der 7 Tage vor dem Einspruch ausgetragen wurden. Das Verbandsgericht ist der Meinung, dass die Regelungen in der Rechts- und Verfahrensordnung eindeutig sind und der
spielleitenden Behörde die längere Einspruchsfrist einräumen. Um überhaupt die Möglichkeit der Bestrafung beim Einsatz eines nicht spielberechtigten Spielers zu schaffen, hatten die Vereine auf dem Verbandstag diese Regelung so verabschiedet.
In allen Fällen hatten die Vereine Spieler eingesetzt, deren Verträge als Vertragsspieler zum 30.6.2008 geendet hatten, und es versäumt, ein neues Spielrecht zu beantragen. Die Bestimmungen der Spielordnung sagen aus, dass bei Vertragsablauf das Spielrecht erlischt und ein neues beantragt werden muss.
Diese Regelungen seien den Vereinen bekannt, der Verband habe darauf auch durch Veröffentlichungen auf der Homepage und Informationen in verschiedenen Seminaren ausdrücklich hingewiesen. Darüber hinaus stehe dies auch eindeutig in den von den Vereinen verwendeten Vertragsmustern. Beim Einsatz von nicht spielberechtigten Spielern gebe es keinen Ermessenspielraum und die Spiele müssen als verloren gewertet werden. Einen Verstoss gegen gesetzliche Bestimmungen, wie in den Stellungnahmen der Vereine aufgeführt, konnte das Verbandsgericht nicht erkennen.