Freitag, 24. Juni 2011

So jung hat’s noch keiner geschafft

Von unserem Redaktionsmitglied Gisbert Niederführ

19 Jahre ist er vor wenigen Tagen geworden. Die Berufung in die Landesliga hat Timo Lämmle von der Spvgg Rommelshausen sogar schon mit 18 bekommen. Das gab’s im Fußball-Bezirk Rems-Murr noch nie.

Nicht einmal Bundesligaschiedsrichter Marco Fritz war so schnell gewesen. Auf „21, 22“, schätzt Schiedsrichterobmann Markus Seidl den aktuellen Vorzeige-Referee des Bezirks zur Zeit des Aufstiegs. „Timo ist der jüngste Aufsteiger im Bezirk überhaupt; mit Abstand.“Lämmle hat früh angefangen. 13 war er, als er die Schiedsrichterprüfung im Dezember 2005 abgelegt hat. Bis zur D-Jugend hatte er noch selbst Fußball gespielt, sich dann mehr auf die Leichtathletik konzentriert. „Daher habe ich meine Fitness.“Die Leichtathletik allerdings blieb nur Durchgangsstation. Lämmle: „Mein Vater aber hat damals schon gesagt, dass Schiedsrichter genau das Richtige für mich wäre.“ Er behielt recht und begleitete den Sohn nach bestandener Prüfung – oft zusammen mit der Mutter – zu jedem Spiel. Ein Punkt, so Markus Seidl, der die rasche Entwicklung von Tim Lämmle unterstützt habe.Talent früh erkanntSeidl und sein Vorgänger als Obmann, Hans-Peter Schmidt, hatten das Talent Lämmles schnell erkannt und sich um den Jungen gekümmert. Vor allem Seidl. Auch Marco Fritz, sagt Lämmle, habe ihn zuletzt öfter beobachtet und ihm Tipps gegeben.Seidl schließlich nahm den Rommelshausener sogar mit in sein Gespann auf. Als 16-Jähriger als Assistent bei Verbandsligaspielen, das traut sich nicht jeder und das traut auch nicht jeder einem Schüler zu.Nun muss sich Seidl einen neuen Assistenten suchen, und Lämmle trägt künftig mehr Verantwortung. Seidl traut ihm das ohne Bedenken zu. „Er hatte mit 18 schon die Persönlichkeit eines – wenn ich das mit mir vergleiche – 26-Jährigen. Vor allem der Sprung im letzten Jahr war enorm.“Nervenstark scheint er auch zu sein. „Das Geschrei oder Beleidigungen nehme ich als Schiedsrichter gar nicht wahr“, sagt Lämmle. Als Assistent höre man das zwar eher, aber auch da ist er sicher, „dass ich das gut an mir abprallen lassen kann“.Für den Rommelshausener beginnen nun gleich zwei neue Abschnitte. Zum einen hat er das Abitur bestanden und fängt im Oktober in Stuttgart ein Studium „Erneuerbare Energien“ an. Zum anderen ist er künftig selbst Chef eines Schiedsrichtergespanns. Dass er auch wichtige Spiele souverän leiten kann, hat er erst vor wenigen Tagen bewiesen. Lämmle war Schiedsrichter des Relegationsspiels zwischen dem SV Allmersbach und dem SC Weinstadt. Er erledigte die Aufgabe, so Markus Seidl, „ohne Probleme“.