Dienstag, 12. Juli 2011

KOMMENTAR: Korrekturen haben ein Geschmäckle

 

Emotionale Extreme erleben derzeit die Fußballer des TSV Kleinsachsenheim. Erst durften sie jubeln, weil sie trotz eines verlorenen Relegationsspiels in der Kreisliga A 3 geblieben sind - der Triumph des Vizemeisters TSV Lomersheim in der Aufstiegsrunde machte es möglich. Nach dem gestern bekannt gewordenen Urteil des WFV-Verbandsgerichts herrscht beim TSV wieder Katzenjammer. Der Verein und seine Spieler müssen künftig in der wesentlich unattraktiveren Kreisliga B 5 kicken, statt sich in der A 3 packende Derbys mit den Lokalrivalen aus Freudental, Sersheim oder Bönnigheim zu liefern.

In der Sache ist dem Verband nichts vorzuwerfen. Gleichwohl haben Korrekturen am grünen Tisch ein Geschmäckle - erst recht, wenn sie so in den Wettbewerb eingreifen wie in diesem Fall und dann auch noch nach Ablauf einer Saison vorgenommen werden. Die Krux dabei ist, dass sich derlei Sportgerichtsverfahren bedingt durch die Revisionen und den Instanzenweg oft wie Kaugummi in die Länge ziehen. Der Gelackmeierte ist nun der TSV. Sämtliche Planungen für ein weiteres Jahr in der Kreisliga A sind mit einem Schlag über den Haufen geworfen. Die Wut und Enttäuschung der Kleinsachsenheimer Verantwortlichen sind daher verständlich.

Rechtlich hat der Klub gegen das Urteil keine Handhabe mehr. Da die WFV-Spielordnung keine Gnadengesuche kennt, tendieren außerdem die Chancen auf eine Art Wildcard gegen null. Daran ändert auch der Fakt nichts, dass die beiden Parallelstaffeln ebenfalls mit 15 Teams und damit Überhang spielen. Die Solidarität mancher A-3-Vertreter mit den Kleinsachsenheimern ist zwar nett, aber ähnlich nutzlos. Letztlich wird dem TSV nichts anderes übrig bleiben, als in den sauren Apfel zu beißen und eine Klasse tiefer auf dem Rasen eine sportliche Antwort zu geben, nach dem Motto: Wir kommen wieder. ANDREAS EBERLE