Donnerstag, 30. Juni 2011

Richtige Spiele zur richtigen Zeit

Von Marc Schmerbeck

Fussball - Die Moral der Truppe, sie hat gestimmt. Der Kreisliga-B2-Meister TSG Bretzfeld II hat in dieser Saison die Rückschläge, die es gab, weggesteckt. Seien es Spielerabgänge gewesen, die vor allem in der zweiten Saisonhälfte zum Tragen kamen oder sei es die Trennung von Dieter Ruck, der in der Vorrunde mit der Mannschaft den Grundstein legte. Probleme, sie gab es zuhauf. Sie wurden aber alle gemeistert.

Schaulaufen


Trotzdem waren Andreas Huber und Heiko Wenninger, die in der Rückrunde das sportliche Sagen hatten, froh, dass es im letzten Spiel auf nichts mehr ankam. Da trat man beim SC Ingelfingen an − zu diesem Zeitpunkt Tabellenzweiter. Doch das letzte Spiel, es war für die TSG II ein Schaulaufen und für den SCI eine Einstimmung auf die Relegation − die ja schließlich gemeistert wurde. So sehen sich beide Teams nächste Saison in der Kreisliga A1 wieder. "Es war eine geile Truppe", sagt Torhüter und Trainer Wenninger. "Ich nenne gerne Spieler wie Tom Kleber, der ruhig auf der Bank saß, aber sobald man ihn gebraucht hat, gut gespielt hat."

Huber verweist gerne auf die vielen A-Jugendlichen, die aushalfen und ihren Beitrag zum Titelgewinn leisteten. Vor allem in der Rückrunde wurden sie durch den starken Aderlass der ersten Elf in der Landesliga gebraucht. "Ohne sie und die Senioren wären wir tot gewesen", sagt Huber. Aber die Bretzfelder ergaben sich nicht in ihr Schicksal. Sie hielten zusammen, sie wollten den Titel, den Aufstieg.

"Auch die Spieler der ersten Mannschaft, die bei uns aushalfen, haben sich den Arsch aufgerissen und haben auch für die zweite Mannschaft alles gegeben. Sie waren heiß darauf, bei uns zu spielen." Das war in der Vergangenheit nicht immer der Fall gewesen. "Es war eine gute Runde, weil wir dachten, dass wir es eh nicht packen. Aber es hat irgendwie alles gepasst. Wir hatten die richtigen Spiele zur richtigen Zeit", sagt Huber. Die Partien gegen andere Spitzenteams standen immer dann an, wenn den Bretzfeldern das gesamte Personal zur Verfügung stand.

Doch nach dem Erfolg kommt auch der Rückzug. "Ich höre auf als Trainer", sagt Huber. "Familientechnisch und auch aus beruflichen Gründen geht es nicht mehr. Es war schon ein großer Aufwand. Aber in irgendeiner Funktion bleibe ich auf jeden Fall dabei." Denn auch das ist klar: Durch den Tod des langjährigen Machers Rainer Trefz Mitte der Vorrunde ist man im Verein noch enger zusammengerückt. Die Aufgaben, die Trefz zum Großteil allein geschultert hat, müssen verteilt werden.

Einen großen Anteil am Titelgewinn hatte sicher die Defensive der zweiten Bretzfelder Mannschaft mit Abwehrchef Michael Wolf, Marcel Roll, Tim Schüler und Emre Bingöl.

Überragend


"Insgesamt war die Runde einfach deshalb überragend, weil der Zusammenhalt da war", sagt Wenninger. Die Unterstützung von allen Seiten war da. Von A-Jugendtrainer Usta aber auch vom Trainer der ersten Mannschaft, Kai Endreß. "Er hat uns die Spieler zur Verfügung gestellt. Das war wichtig. Auch wenn wir ihn im vorletzten Spiel etwas übergangenen haben", sagt Huber. "Aber die wollten unbedingt bei uns spielen." Die Landesliga-Kicker wollten sich nicht schonen. Sie wollten ihren Teil zum Titelgewinn beitragen. Am Ende lohnte es sich ja auch. Die erste Elf schaffte den Klassenerhalt und die zweite Mannschaft holte den Titel. Und zwar mit einer glänzenden Bilanz von 22 Siegen, zwei Unentschieden und zwei Niederlagen.