Freitag, 10. September 2010

„FC Bayern“ muss sich erst noch finden

Von unserem Redaktionsmitglied Gisbert Niederführ

In der Fußball-Bundesliga steht der FC Bayern München auf Platz zwölf, in der Bezirksliga Rems-Murr auf Platz zwei. Zumindest wenn man Remshaldentrainer Andi Lang glauben darf. Der hat den TV Oeffingen als den FC Bayern in der Bezirksliga bezeichnet. Was TVOe-Coach Uwe Mössinger gar nicht gern gehört hat.

„Ich will nicht Trainer der FC Bayern sein“, sagt Mössinger. „Ich bin eingefleischter VfB-Fan.“ Angespielt hatte Lang darauf, dass die Oeffinger gut besetzt sind und sich nochmals verstärkt haben. Dennoch peilt Mössinger zunächst lediglich einen Platz in der Spitzengruppe an und schielt nicht gleich auf die Position ganz oben.Er hat in der vergangenen Saison erfahren, wie schnell alles schiefgehen kann. Zwei Punkte hatte der TV Oeffingen damals nach fünf Spieltagen auf dem Konto gehabt. „Wir haben zwölf Neue integrieren müssen, und das haben wir erst in der Rückrunde geschafft“, sagt Mössinger. Die Oeffinger holten enorm auf, und so hätte es weitergehen können, wenn nicht, ja wenn es nicht gleich im ersten Spiel einen herben Dämpfer gegeben hätte: 2:4 gegen Aufsteiger Großer Alexander Backnang.Schon wieder ein schlechter Start„Das haben wir uns natürlich alle ganz anders vorgestellt“, gibt Mössinger zu. „Da kommt der Uno (Alexander-Spielertrainer Onufrios Michailidis) mit seinen 42 Jahren direkt aus dem Urlaub und macht zwei Tore.“ Der schlechte Start hat Spuren hinterlassen, Unsicherheit ausgelöst. In den folgenden beiden Spielen sei das zu spüren gewesen, trotz zweier Siege. „Spielerisch müssen wir uns noch deutlich steigern“, sagt Mössinger. Doch die Spieler hätten das Potenzial dazu. Im Kader stehen jede Menge Spieler, die schon eine bis zwei Klassen höher aktiv waren. Derzeit jedoch sei das Team auf recht unterschiedlichem Leistungsniveau. „In den ersten vier Wochen war die Vorbereitung richtig gut, aber dann ist das brutal eingebrochen.“ Torjäger Romano Scigliano zum Beispiel habe wegen einer Verletzung lange gefehlt. In zwei, drei Wochen sehe das anders aus; besser.Aber schon bis dahin gilt es, das Punktepolster gut zu füllen. Am Wochenende kommt der VfR Murrhardt. Mössinger: „Für mich ist das der stärkste Aufsteiger.“ Dennoch zählt für die Gastgeber nur ein Sieg.Der Leistungsstand der Spieler ist zwar noch recht unterschiedlich, aber zumindest stehen sie alle zur Verfügung. Bis auf Denny Khedira. Der ist mit Bruder Sami nach Madrid gewechselt, allerdings lediglich – weil er Spanisch spricht – zum Dolmetschen. Bis sein Studium im Oktober wieder beginnt, unterstützt er den Bruder. „Er hat sich in der vergangenen Saison im zentralen und auch rechten Mittelfeld einen Stammplatz erarbeitet“, sagt Mössinger. „Er fehlt uns.“Aber besser er ist bei Real Madrid als bei Bayern München.