Freitag, 10. September 2010

Bayern gegen Bremen: Endet die schwarze Serie?

Von Christian Kunz und Peter Hübner, dpa

 

Gut aufgelegt

Trainer Louis van Gaal (3.v.l) kann gegen Werder Bremen die schwarze Serie der Bayern beenden.

«Es ist immer ein besonders Spiel. Werder Bremen war unser großer Konkurrent in den letzten zehn Jahren», sagte Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge vor dem Start in die kleine Heimspiel-Serie. «Es wäre schön, wenn wir am Samstag gewinnen könnten», sagte Rummenigge vor dem Wiedersehen der beiden Gegner aus dem DFB-Pokalfinale, das die Münchner im Mai eindrucksvoll mit 4:0 gewinnen konnten.

Jetzt geht es für die Bayern zu Hause gegen Bremen, dann am 15. September beim Champions-League-Start gegen den AS Rom, dann zum Wiesn-Auftakt gegen den 1. FC Köln - in diesen Heimpartien soll der Grundstein für die kräftezehrenden Englischen Wochen gelegt werden. «In den drei Heimspielen müssen wir unseren Rhythmus finden. Wir wollen alle drei Spiele gewinnen und werden dementsprechend zur Sache gehe», sagte Miroslav Klose, der bei sieben Einsätzen noch keinen Treffer gegen seinen Ex-Club erzielt hat. «Es wird Zeit, dass ich gegen Werder treffe», sagte der Torjäger, der seinen Schwung aus der Länderspielpause mitnehmen möchte.

Damals, im November 2005, beim Bayern-Heimerfolg gegen Werder, traf Klose noch für die Bremer. Diesmal sollte ihm das Torschießen eigentlich gegen die frühere Mannschaft nicht schwerfallen, denn schließlich fällt dort die Innenverteidigung mit Per Mertesacker und Naldo verletzt aus. «Hund und Esel fehlen, Hase kommt hinzu - die Neuordnung der Werder-Abwehr erscheint vielen Bremern so, als würden die Stadtmusikanten umgestellt», titelte die «Süddeutsche Zeitung».

«Es hat uns immer wieder ausgezeichnet, egal wie viele Spieler bei uns gefehlt haben, dass trotzdem eine hervorragende Leistung möglich ist», sagte Trainer Thomas Schaaf, der auch noch auf den Ex-Münchner Claudio Pizarro im Sturm verzichten muss. Aber, warnte Klose, das alles habe bei Werder nie etwas zu sagen. «Als wir früher viele Ausfälle in Bremen hatten, haben wir immer gut gespielt», sagte der Angreifer. «Ich kenne den Trainer Thomas Schaaf, der zaubert immer etwas aus dem Hut.»

Im Training deutete sich an, dass der Finne Petri Pasanen den verletzten Nationalspieler Mertesacker in der Innenverteidigung ersetzen wird. Zugang Mikael Silvestre könnte dann auf der linken Seite verteidigen und sein Debüt geben. «Es ist einfacher, wenn man den Gegenspieler kennt. Dann kann man sich besser auf ihn fokussieren», sagte Klose.

Bayern will nach einem Sieg und einer Niederlage durchstarten - und Werder möchte nicht auf den bislang drei erkämpften Zählern sitzen bleiben. «Jetzt weiß man, was jeder Mannschaft zur Verfügung steht, die Fakten sind klar. Jetzt kann es losgehen», sagte Schaaf vor dem 99. Nord-Süd-Derby an diesem Samstag (18.30 Uhr/Sky) in der Allianz Arena.

Vor seinem Liga-Debüt steht auch der Brasilianer Wesley, der den FC Bayern aus seiner Heimat «ein bisschen» kennt. «Ich bin sicher, dass wir gut spielen und ein gutes Resultat erzielen werden», meinte der Mittelfeldmann im «Sport1»-Interview.

Von den heißen Duellen der vergangenen Jahre ist vor allem das 2:5 der Münchner unter Jürgen Klinsmann aus dem September 2008 in Erinnerung geblieben. Die Durststrecke gegen den Dauerrivalen motiviert die Bayern zusätzlich. «Das ist ein Punkt, aus dem wir Kraft und Motivation rausholen», sagte Daniel van Buyten, der die drei Partien vor heimischer Kulisse auch als Verpflichtung sieht: «Wenn wir jetzt so viele Heimspiele haben, haben wir irgendwann auch viele Auswärtsspiele.»