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 Jugend
Dienstag, 12. Juli 2011

Dumm, dass Deutschland verloren hat

Von Alexander Bertok

Fussball - Es herrscht reger Betrieb auf dem Sportgelände in Meimsheim. Unzählige Fußball spielende Mädchen und Jungs der Bambini und F-Junioren wuseln über die Spielfelder. Mamas, Papas, Omas und Opas stehen am Rand und beobachten das muntere Treiben. Während das sportliche Können des eigenen Sprösslings kritisch beäugt wird, ist auf dem größten Jugendturnier im Unterland die Frauenfußball-WM ein Gesprächstoff. Vor allem die Niederlage der deutschen Mannschaft gegen Japan wird heftig diskutiert. Und das nicht nur bei den Erwachsenen.

Noah Lorch ist fünf Jahre alt und spielt beim TSV Meimsheim. "Das Spiel gegen Japan war gut, ich war am Ende aber traurig weil die deutsche Mannschaft verloren hat. Meine Lieblingsspielerin ist Birgit Prinz, die ist Stürmerin wie ich", sagt Noah schüchtern. Felix Reuter findet es ganz einfach nur "dumm, dass Deutschland verloren hat." Gegen Japan bescheinigt der achtjährige Verteidiger des FSV Schwaigern dem Team keine überzeugende Leistung, ergänzt aber schnell: "In den Spielen zuvor waren sie aber ganz gut." Frauenfußball gefällt ihm schon, aber "die rennen nicht so wie die Männer."

Lieber bei den Jungs


Traurig über das Aus der Frauen-Nationalmannschaft war Mara Alber ("Ich kann überall spielen) vom TGV Dürrenzimmern. "Ich habe alle Begegnungen gesehen", sagt die Fünfjährige, "ich selbst spiele lieber bei den Jungs, weil die besser kicken können. Ich weiß aber noch nicht, ob ich später noch Fußball spielen werde."

Kaum zu bremsen ist Kilian Scheffzig. Der Achtjährige von der TG Böckingen outet sich als echter Kenner der Frauenfußballszene. "Torüterin Angerer hat mir am besten gefallen, die hat gut gehalten. Ich habe die Spiele gegen Frankreich und Japan gesehen. Gegen Frankreich war das gut, da haben die Deutschen gewonnen", meint der rechte Mittelfeldspieler, der auch in der Abwehr einsetzbar ist, fachmännisch. "Die Enttäuschung über das Ausscheiden ist nicht sehr groß. Es ist nur Frauenfußball. Männerfußball gefällt mir zehn Mal besser, weil ich auch ein Mann bin."

Andere Sorgen


Alexander Herrmann hat keine Zeit, sich über die WM Gedanken zu machen. Der Meimsheimer Turnierleiter hat genug mit der Organisation der eigenen Veranstaltung zu tun. Bereits zum elften Mal steht er in der Verantwortung. In diesem Jahr lief nicht alles wie erhofft. "Wir hatten Schwierigkeiten, die Teilnehmerfelder voll zu bekommen. Alle Teams, die gemeldet haben, wurden genommen. Im vergangenen Jahr haben ich noch 25 Vereinen absagt", meint Hermann. Nach 188 Mannschaften 2010 spielen in diesem Jahr nur 136 Team an den beiden Turnierwochenenden.

Eine Häufung von mehreren Veranstaltungen in Zaberfeld, Flein und Kirchhausen nennt Herrmann als Grund für die sinkende Teilnehmerzahl. "Auch im Raum Ludwigsburg sind mehrere Turniere. Aus dem Stuttgarter Raum haben wir nur drei Meldungen, letztes Jahr Kar waren es noch 20." Herrmann vermutet zudem, "dass so langsam die geburtenschwachen Jahrgänge durchdrücken". Auch scheint das Interesse an Turnierbesuchen etwas gesunken zu sein. "Früher hat ein Trainer acht oder neun Turniere gemeldet, heute sind es noch fünf oder sechs."

 

Noah Lorch

 

 

Felix Reuter

 

 

Mara Alber

 

 

Kilian Scheffzig

 

Dumm, dass Deutschland verloren hat

Nicht alle Bambini-Kicker hatten Grund zum Jubel. Das Tor-Fräulein auf unserem Bild hat soeben ein Gegentor kassiert.