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 FrauenAmateurfussball
Freitag, 1. Juli 2011

Familiärer und friedlicher als bei den Männern

 

Fussball - "Es ist für die Region eine Riesenehre, das weltweit zweitgrößte Fußballereignis zu Gast zu haben", verkündete Ernst Tanner im Clubhaus des SV Rohrbach/S. "Das zweifelhafte Klischee des Frauenfußballs hat sich in den letzten Jahren grundlegend gewandelt", so der Bayer. Er könne sich noch gut erinnern, wie der Frauenfußball früher war. "Zu meiner aktiven Zeit als Fußballer mussten wir uns vor einem Spiel auf einem Nebenplatz warmmachen, da auf dem Hauptfeld ein Frauenspiel lief." Seine Mitspieler und er hätten sich kaum konzentrieren können: "Wir haben noch geflachst, ob denn Geisterbahn einen Betriebsausflug mache."

Tolle Stimmung


Zwischenzeitlich hat sich die Einstellung des Vaters dreier Töchter zum Damenfußball grundlegend geändert. Er freue sich schon auf den Samstag, verriet Tanner, "da schaue ich mir das Spiel der Amerikanerinnen gegen die Kolumbianerinnen an". "Ich habe noch nie im Stadion eine solche Stimmung erlebt wie bei der Partie Frankreich gegen Nigeria", sagte Mike Diehl. "Schon vor dem Spiel gab es die La Ola." Der Fanbeauftragte findet es schade, "dass die deutschen Damen nicht wenigstens einmal in Sinsheim spielen. Ich habe mich eh gewundert, dass es nach dem deutschen Sieg gegen Kanada keinen Autokorso gab."

Familiär


"Es ist ein Weltereignis, aber leider hat der Frauenfußball noch nicht die Popularität erreicht wie der Fußball bei den Herren", bedauerte Frank Briel. "Frauenspiele haben einen ganz anderen Rahmen, die Atmosphäre ist familiärer und friedlicher, die Stimmung nicht so aufgeheizt wie bei den Männern." Auch er freue sich auf Samstag: "Ich denke, bei der Partie USA gegen Kolumbien werden wir auch qualitativ guten Fußball zu sehen bekommen." Ob die Weltmeisterschaft Impulse für den deutschen Damenfußball gebe, bleibe abzuwarten. "Bundesliga ist doch etwas anderes als die Weltmeisterschaft, da muss man abwarten, ob sich die Euphorie überträgt." Eines ist aber sicher: "Ein Geschäft werden wir mit der Weltmeisterschaft nicht machen. Bei uns decken die Ausgaben, die wir durch den Umbau der Pressetribüne und der Kartenhäuschen hatten, die Einnahmen nicht." nit