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 Frauen
Mittwoch, 6. Juli 2011

Studie: Vereine melden zu viele Fußballerinnen

 

Der Untersuchung der Universität Bremen zufolge melden viele Vereine ihre Gymnastikfrauen und Gesundheitssportler nicht in den Turnabteilungen an, sondern im Fußball, berichtete das «Hamburger Abendblatt». Grund: Die Vereine sparen dadurch viel Geld, denn bei den Turnern müssten sie anteilig mehr Beiträge für ausgebildete Übungsleiter an die Verbände zahlen. Die Studie geht davon aus, dass 400 000 der bundesweit 1,06 Millionen als Fußballerinnen gemeldeten Vereinsmitglieder gar nicht auf dem Rasen üben, sondern eher im Gymnastiksaal.

Der DFB hatte Ende April in seinen offiziellen Mitteilungen verkündet, dass die Zahl der weiblichen Mitglieder im größten deutschen Sportfachverband weiter gestiegen sei, «damit spielen in Deutschland 1 058 990 Frauen und Mädchen Fußball», hieß es.

Die Kölner Sporthochschule hat für den DFB ermittelt, dass 7900 Vereine Frauenfußball anbieten. Das ist nicht einmal ein Drittel aller Clubs im DFB. Noch mehr weiße Flecken in der Fußballversorgung ergeben sich, wenn man die Zahl der Fußballerinnen über 16 mit der Zahl der gemeldeten Mannschaften vergleicht. Laut DFB-Statistik hat ein Team durchschnittlich 40 Spieler, bemängelte die Bremer Studie. Bei der männlichen Jugend bis 14 seien es 17.

Die Wissenschaftler kommen zu dem Schluss, dass annähernd die Hälfte der beim DFB gemeldeten 6,7 Millionen Vereinsmitglieder gar nicht fußballerisch aktiv ist. Geschlechtsspezifisch zeigt sich, dass - gemessen an den offiziellen Zahlen - bei den 740 000 erwachsenen Frauen auf eine Mannschaft stattliche 130 Spielerinnen kommen würden, im Rheinland sogar über 300.