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Freitag, 6. Mai 2011

Bezirksliga: Nimmt Sportgericht-Urteil Einfluss bei Auf- und Abstieg?

 

Fußball - Noch vier Wochen, dann ist die Punktrunde der Unterländer Amateurfußballer abgeschlossen. Der letzte Spieltag ist auf Samstag, den 4. Juni, terminiert. Im Abstiegskampf und in der Meisterschaftsentscheidung der Bezirksliga könnte bis dahin ein Sportgerichtsurteil eine wichtige Rolle spielen.

Sportgericht I


Das Spiel TSV Botenheim gegen Türkspor Neckarsulm endete am 6. März 3:3. Nachträglich wurde festgestellt, dass die Neckarsulmer mit Cem Kara einen nicht spielberechtigten Akteur eingesetzt hatten. Kara wechselte in der Winterpause vom SV Schluchtern zu Türkspor zurück. Kara hatte sich fristgerecht beim SVS abgemeldet, so dass der Wechsel vom WFV genehmigt wurde. Es stellte sich jedoch heraus, dass Kara im Januar noch ein Hallenturnier für den SV Schluchtern bestritt und somit erst im April für die Neckarsulmer spielberechtigt gewesen wäre.


Kara hatte dies den Türkspor-Verantwortlichen nicht mitgeteilt. Auch von Schluchterner Seite wurde versäumt diesen Umstand auf dem Spielerpass zu vermerken. In einer Stellungnahme nahm der Ex-Schluchterner Abteilungsleiter Björn Becker die Schuld auf sich. Doch beim WFV-Sportgericht handelt man nach dem Motto "Unwissenheit schützt vor Strafe nicht". Und so wird nun auch Türkspor Neckarsulm bestraft. In einem ersten Urteil wurden beide Vereine mit einem Bußgeld belegt. Cem Kara wurde zudem für drei Monate gesperrt. Doch damit nicht genug, sobald dieses Urteil rechtskräftig wird, drohen Türkspor in einem seperaten Verfahren Punktabzüge.


Nutznießer wären Botenheim, Leingarten und Offenau. In diesen drei Spielen kam Kara zum Einsatz. Alle drei Begegnungen würden für Türkspor als verloren und für die Gegner als gewonnen gewertet werden. Der TSV Botenheim hätte dann zwei Punkte mehr auf der Habenseite, was in der aktuellen Tabelle bedeuten würde, dass die Zabergäuer mit dem Tabellenführer Spvgg Frankenbach gleichziehen. Beim SV Leingarten würde die 0:1-Niederlage ebenfalls in einen Sieg umgewandelt werden. Für den noch abstiegsbedrohten SVL könnten drei zusätzlichen Punkte den Klassenerhalt bedeuten.


Bei Schlusslicht Offenau, die TG hatte gegen Türkspor 1:3 verloren, hätte das Urteil lediglich die statistische Folge, dass die TGO nicht als Absteiger ohne jeglichen Sieg im Bezirksliga-Geschichtsbuch verewigt wird. Sofern die Mannschaft nicht noch von selbst einen Sieg auf dem Platz bejubelt. Doch die Entscheidung in dieser Sache kann sich hinauszögern, da Türkspor im Geldstrafen-Urteil angekündigt hat, Einspruch einzulegen, während Schluchtern das Urteil anerkennt. Über die Punktabzüge kann aber erst nach der Berufungsverhandlung geurteilt werden. Es bleibt zu hoffen, das noch vor dem Saisonende eine Entscheidung fest steht. Letztlich kann auch noch gegen die Punktabzüge Einspruch eingelegt werden.

Sportgericht II


Bereits in der Tabelle berücksichtigt ist das Sportgerichts-Urteil des abgebrochenen Bezirksliga-Spiels zwischen dem SV Schluchtern und dem Friedrichshaller SV. Nach einer bösen Verletzung eines FSV-Spielers sahen sich die Friedrichshaller nicht mehr in der Lage die Begegnung fortzusetzen und baten den Schiedsrichter um einen Abbruch. In erster Instanz wurde das Spiel mit 3:0 für Schluchtern gewertet. Nach einem Einspruch des Friedrichshaller SV wurde das Urteil des Unterländer Sportgerichts nun vom WFV bestätigt.

SV Schluchtern "Das Thema ist abgehakt", will der Schluchterner Funktionär Erich Stork zur Trennung von Trainer Edi Kollinger keine Stellung mehr beziehen. Von den zunächst sechs zurückgetretenen Spielern stand am vergangenen Spieltag einer auf dem Platz. Beim 3:1-Sieg gegen die SGM Stein/Kochertürn saßen drei Spieler der zweiten Mannschaft auf der Bank, zwei davon kamen zum Einsatz. "Es war ein gutes Gefühl zu sehen, dass die Mehrheit der Spieler zum Verein steht", sagt Stork. Dass die besten Spieler der zweiten Mannschaft für die Bezirksligaelf abgezogen werden, bleibt für den A3-Tabellendritten letztlich ohne Folgen, da der aktuelle Tabellendritte ohnehin nicht aufsteigen kann.

TSV Heinsheim Getrennte Wege gehen nach dieser Saison der B2-Ligist TSV Heinsheim und Trainer Marco Lardani. Nach fünf Jahren endet die Zusammenarbeit in beiderseitigem Einvernehmen. Die TSV-Verantwortlichen suchen nun einen Trainer, der mit einer jungen Mannschaft das Ziel Aufstieg in Angriff nehmen will. Interessenten sollten sich bei Abteilungsleiter Hans-Joachim Feuchter (Tel. 07264 206816) melden.

TSV Niederhofen Auf Trainersuche ist auch der TSV Niederhofen. Armin Reinert und der B3-Vertreter beenden zum Saisonende ihre Zusammenarbeit. Reinert hat das TSV-Team zu einer Spitzenmannschaft geformt. In der aktuellen Saison besteht noch die Chance die Aufstiegsrelegation zu erreichen. Unter Reinert wurde das ballorientierte Spiel eingeführt und auf Viererkette umgestellt. Kandidaten für die Nachfolge sollten sich bei Abteilungsleiter Lars Wagner (Tel. 0172/6705003, E-Mail: wagner@tsv-niederhofen.de) melden. Armin Reinert (Tel. 01577-4059698 oder dfb-b@online.de) sucht für die kommende Saison eine neue Herausforderung.

SG Stetten-Kleingartach Matthias Schickner bleibt ein weiteres Jahr Spielertrainer der SG Stetten-Kleingartach. "Maßgebend für die Entscheidung zugunsten der SG waren das zukunftsorientierte Mannschaftsgefüge, welches keine Abgänge zu vermelden hat sowie die daraus resultierenden positiven Entwicklungen und optimistischen Aussichten", sagt Schickner.

SC Abstatt Die Trainerfrage ist beim Bezirksligisten SC Abstatt weiter ungeklärt. "Wir sind noch noch auf der Suche", sagt Timo Teufel (Tel. 0179 9429409). Ob Trainer oder Spielertrainer, der Abteilungsleiter des Bezirksligisten SC Abstatt ist nach allen Seiten offen.

Alexander Bertok