Sonntag, 29. Mai 2011

Göppingen kommt als strauchelnder Mitfavorit

 

Der Samstag sieht das vorletzte Heimspiel des FC Wangen und als Gegner den 1. Göppinger SV. Während die Rot-Weißen von der Argen am Samstag den Klassenerhalt feiern wollen, bröckeln die lange Zeit bestrittenen Aufstiegsambitionen zuletzt einschließlich internem Zoff.

 

Von FC Wangen-Pressesprecher Michael Scheidler

 

Für den Göppinger Trainer Uli Haug ist die Situation nicht einfach. Dabei erlebt er in Göppingen fast paradiesische Zustände. Spielerwünsche des Trainers erschienen als keine Probleme. Doch vielleicht hat sich der Aufsteiger doch ein wenig übernommen. 1:6 Tore und keine Punkte aus den letzten drei Spielen lassen auch schon ein wenig die Nerven blank liegen.

 

So wurden letzte Woche mit Dominik Mader und Daniele Long vom Training freigestellt. Während Longo den Aufwand als Student als Grund anführte, so waren im Fall Mader Unstimmigkeiten mit dem Trainer wegen der taktischen Marschrichtung (zu defensiv) von Ausschlag. Mader wurde denn auch schnell mit dem VfL Kirchheim in Verbindung gebracht. Doch wird abzuwarten sein, was sich beim 1. SV noch tun wird.

 

Nach der dritten Niederlage in Folge sah Uli Haug seine Mannen in der Talsohle. Laut Bericht auf der Göppinger Homepage werde das Selbstbewusstsein und die Freude am Spiel vermisst. Doch auch Dominik Mader (13 Treffer) ist ein Faktor, der zumindest gegen Ravensburg bei der 0:2-Niederlage fehlte.

 

Davor gegen Ruteseheim und Bonlanden aber machte der SV es auch nicht besser, verlor nach insgesamt 17 Spieltagen als Tabellenführer den Kontakt nach Vorne und zum Meisterplatz.

 

Der FC Wangen sieht sich erneut in der Lage, die Entscheidung um die Meisterschaft mit zu beeinflussen. Der FV Ravensburg vermisst so die drei Punkte aus dem Derby, ansonsten mischte das Team vom Wiesental noch ganz vorne mit. Kommt Göppingen nicht über eine Remis in Wangen hinaus, dürfte das Unternehmen Aufstieg für diese Saison definitiv beendet. Allerdings spielt uach die Konkurrenz auswärts: Bissingen in Untermünkheim und Bonladen in Ludwigsburg.

 

So sieht Herbert Breher dem Spiel am Samstag mit gespaltenen Gefühlen entgegen. Er erwartet einen heißen und zu allem entschlossenen Gegner. Göppingen stünde unter Druck, weil der Aufstieg fast sicher schien. Jetzt aber ist nur ein Sieg die Chance auf das vielleicht doch noch Happy End. Dem will der FC drei Dinge entgegen stellen:

 

a) die lupenreine Heimbilanz 2011 mit nun vier Siegen im Allgäustadion,

 

b) die Fähigkeit zur Steigerung, bzw. zur Überwindung des inneren Schweinehunds wie gegen Nehren und Rutesheim.

 

c) der FC hat sich bislang zuhause mit spielstarken Teams leichter getan, denn mit eher auf Kampf gestimmten Ensembles.

 

Zudem müsste es der Mannschaft den Versuch wert sein nach dem Rekord-Aufstieg 2010 nicht nur dem scheidenden Trainer ein memorables Ereignis zu bescheren: 2011 im Stadion unbesiegt bleiben - vielleicht sogar mit 18 Punkten.

 

Wenigstens in der Vorfreude auf den Samstag darf man sich so ein Spiel mit Klasse und Rasse vorstellen.