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Samstag, 9. Juli 2011

Das Unterhaus als Doppelhaus

Von Eric Schmidt

 

Das Unterhaus als Doppelhaus

Ehre, wem Ehre gebührt: Die Meister und Pokalsieger der vergangenen Saison freuen sich über die Titelurkunden.Fotos: Eric Schmidt

Fussball - Eigentlich war der Donnerstag ein ganz gewöhnlicher Sommertag. Doch irgendwie hatte dieser 7. Juli etwas von einem 24. Dezember. Geschenke. Immer wieder gab es beim Kreistag des Fußballkreises Sinsheim Geschenke. Urkunden für die Meister und Pokalsieger. Uhren für die DFB-Ehrenamtsträger. Bälle für alle teilnehmenden Vereine. Trikots für die fairste Mannschaft. Sogar Herwig Werschak wurde weihnachtlich beschert. Vom Bürgermeister der Gemeinde Epfenbach, Joachim Bösenecker, bekam der Fußball-Kreisvorsitzende eine kleine, weiße Kerze überreicht. "Damit dem Vorstand ein Licht aufgeht, wenn es mal nötig ist", wie Bösenecker sagte.

Bei so viel guter Stimmung war es nicht verwunderlich, dass alles sehr harmonisch verlief. 88 Minuten − nach nicht mal der Dauer eines Fußballspiels war der außerordentliche Kreistag in Epfenbach zu Ende. Die vielleicht wichtigste Erkenntnisse des Abends war die: Alles bleibt beim Alten, was die Klasseneinteilung betrifft. Das Unterhaus ist weiterhin ein Doppelhaus, auch im nächsten Jahr gibt es eine Kreisklasse B1 und eine Kreisklasse B2.

Denkansätze


"Es war klar, dass wir vor der Saison 2012/2013 nichts mehr ändern können", erklärte B1-Staffelleiter Ludwig Huber und meinte: "Es bringt nichts, wenn wir jedes Jahr etwas anderes machen. Wir brauchen eine Lösung über Jahre hinaus." Wie der Unterbau der Zukunft aussehen soll, darüber diskutieren die Kicker seit der Einführung der B2 vor sechs Jahren vehement. In der vergangenen Saison nahm der Kreisvorstand die Angelegenheit verstärkt in Angriff. Er verschickte Fragebögen, vor wenigen Wochen lud er die Vereine zu einer Arbeitssitzung ein, die alles andere als erfolgreich verlief. Ludwig Huber spricht von einer "für alle Teilnehmer unbefriedigenden Versammlung", Michael Echtenacher von einem Treffen, "das seinesgleichen sucht". "Hinterher war alles so wie vorher", berichtet der 2. Vorsitzende des FC Berwangen.

Die B2 abschaffen? Eine C-Klasse einführen? Die Reserverunde der A-Klasse in Konkurrenz antreten lassen? Alles ist schon mal angedacht worden. Was die B2 angeht, hängen vor allem die Kreisligisten an ihr. Und wünschen ihr den Klassenerhalt. "Die B2 hat sich bewährt. Durch die B2 ist gewährleistet, dass unsere zweite Mannschaft das Vorspiel der ersten Mannschaft bestreiten kann", sagt Jürgen Kistler vom SV Rohrbach auf Nachfrage der Kraichgau Stimme. "Wenn es nach uns geht, muss man nichts ändern. Die B2 ist von allen Übeln das kleinste", erklärt Manfred Elberth, der Vereinschef des TSV Reichartshausen, und wehrt sich gegen den Vorwurf, die B2 sei um Klassen schlechter als die B1. Als Beweis führt er die Aufstiegsrelegation an. Als Vizemeister der B2 trat die "Zweite" des TSV vor wenigen Wochen gegen den Vize der B1, den SV Neidenstein, an und zog erst in der Verlängerung mit 0:1 den Kürzeren. "Mit ein bisschen Glück hätten wir in Führung gehen können", so Elberth.

Vorschläge


Öffentlich diskutiert wurde beim Kreistag nicht über das Thema. Ludwig Huber gab den Vereinen lediglich ein paar Denkmodelle mit auf den Weg, die in den kommenden Wochen und Monaten besprochen werden sollen. Man könne beispielsweise alles beim Alten belassen und die Aufstiegsregelung ändern. Eine andere Option wäre, der B1 und B2 eine B3 zur Seite zu stellen − "mit den zweiten Mannschaften der Kreisklasse A und eventuell der Kreisklasse B". Auch einen Vorschlag 3 und Vorschlag 4 skizzierte er. Eines ist Huber dabei klar: "Eine einvernehmliche Lösung werden wir wohl nicht hinbekommen."

Huber und sein Team stehen vor der Quadratur des Kreises. Der Quadratur des Fußballkreises.

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