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Mittwoch, 6. Juli 2011

Mit Geduld und Konstanz zum Aufstieg

Von Marc Schmerbeck

 

Mit Geduld und Konstanz zum Aufstieg

Die Meistermannschaft der SG Sindringen/Ernsbach bleibt auch nächste Saison zusammen und bekommt für die Bezirksliga weitere Verstärkung.Fotos: Marc Schmerbeck

Fussball - Am Ende ordnete sich der Aufstiegsgarant unter. Christian Beier ist ein Teamplayer. Einer der auf dem Platz durch seine Tore heraussticht, aber neben dem Spielfeld durch seine bescheidenheit auffällt. Trotzdem war es der Winterpausen-Rückkehrer vom Oberligisten FSV Hollenbach, der bei der SG Sindringen/Ernsbach den Ausschlag für die Meisterschaft in der Kreisliga A1 gab.

Enge Situation Sechster war der Bezirksliga-Absteiger nach der Vorrunde noch gewesen. Der Rückstand auf Tabellenführer Tura Untermünkheim II betrug lediglich drei Zähler − so eng ging es in der A1 zu. Dann kam Beier aus Hollenbach zurück. Zum einen steuerte er 23 Tore zum Aufstieg bei, zum anderen zog er so viel Aufmerksamkeit der Verteidiger auf sich. Zum Vergleich: In der ersten Halbserie gelangen den Sindringern 26 Tore, in der zweiten schossen sie 43. "Sicher haben wir vom Zugang Christians profitiert, auf der anderen Seite war aber auch kein anderes Team konstant genug", sagt SG-Abteilungsleiter Wolfgang Ungerer.

Er war mit seiner Mannschaft nach dem Bezirksliga-Aufstieg mit relativ wenigen Ambitionen gestartet, "Es war schwierig, die Motivation hoch zu halten. Zudem hatten wir acht Abgänge. Da war nicht realistisch an den Wiederaufstieg zu denken", sagt Ungerer. "Aber einige Spieler hatten in der A-Liga auch die Möglichkeit zu reifen." Das taten sie dann auch. "Wichtig war auch, dass wir weitgehend verletzungsfrei durch die Vorrunde gekommen sind", sagt Ungerer. "Wir waren sicher nicht die beste Mannschaft der A1. Aber am Ende waren wir die konstanteste. Auch dafür gab Christian Beier den Ausschlag." Denn er hatte sein halbes Jahr beim Oberligisten genutzt. Er tankte in Hollenbach trotz weniger Einsatzzeiten viel Selbstbewusstsein und legte auch körperlich zu. In der A-Liga war er dann kaum zu halten. "Allein durch seine Präsenz gab es Löcher für andere Spieler, da sich alle auf ihn konzentriert haben", sagt Ungerer. "Es war ein glücklicher Umstand für uns, dass er zurück kam." Und so wurde aus dem Mittelfeldteam ein Spitzenteam.

Die SG bewies Geduld. Nach nur zwischenzeitlich kurzen Höhenflügen auf Platz drei (4. Spieltag/13. Spieltag) startete man im Endspurt den Angriff auf die Spitze. Am 23. Spieltag stand die SG Sindringen/Ernsbach zum dritten Mal auf Platz drei in der vergangenen Saison. Am 24. Spieltag hatte man die Tabellenführung dann übernommen. Diese war vor der letzten Partie noch einmal weg − doch man bewies Nervenstärke und fing den TSV Braunsbach im direkten Duell noch einmal ab. "Da hatten wohl auch die Braunsbacher zu schwere Beine und waren zu stark auf Christian fixiert", sagt Ungerer.

Neuer Schub Nach nur einem Jahr in der Kreisliga A1 ist die SG Sindringen/Ernsbach wieder zurück in der Bezirksliga. "Das reizt schon", sagt Ungerer. "Auch wenn wir da nur wenige Derbys haben." Gegen den Landesliga-Absteiger SC Michelbach/Wald und den SSV Gaisbach. "Wir müssen ja fast schon die Spiele gegen Mulfingen und Hollenbach II als Derbys bezeichnen, weil so viele Mannschaften aus dem Crailsheimer Raum in der Liga sind", sagt Ungerer.

Und das Team hat kräftig zugelegt. Zum einen sagte Tobias Gebert schon in der Winterpause als Trainer zu. "ich hoffe, dass wir durch ihn im taktischen und spielerischen Bereich noch einen Schub bekommen", sagt Ungerer. Außerdem kommt Panagiotis Tsimtsiridis von der TSG Öhringen zurück, Ebenfalls von der TSG schließt sich Johannes Geist der SG an. Vom SC Michelbach/Wald verstärkt Rico Megerle die Mannschaft und dann stößt noch Martin Fox (TSG Öhringen/TSG Verrenberg) zum Kader. Abgänge verzeichnete er aus dem Kreis der ersten Mannschaft bisher noch keine. So ist es durchaus eine qualitative und quantitative Steigerung.

Trotzdem belässt es Ungerer bei bescheidenen Zielen: "Wenn ich die Liga anschaue und sehe, dass es vier Direktabsteiger gibt, zählt für uns in erster Linie der Klassenerhalt." Dieser müsste aber auch drin sein.

Mit Geduld und Konstanz zum Aufstieg

Christian Beier (Mitte) war der Aufstiegs-Garant für die SG.